Motorradtransport per Luftfracht, Flug, Motorrad-Transportkiste, Preise und Speditionen

Als eine der wenigen Fluggesellschaften bietet Condor Nonstop-Flüge von Frankfurt nach Anchorage an. Diese sind zudem relativ preiswert: Je nach Datum kommt man in der Economy-Class schon für unter 800 Euro Hin und zurück (bzw. für ca. 400 Euro hin). Da die Einreise in die USA nur mit gültigem Rückflugticket möglich ist (wurde schon beim Einchecken in Frankfurt kontrolliert), muss man hier tricksen. Ich habe einfach den billigsten Flug zurück nach Deutschland gebucht, den ich finden konnte, ganz egal, von wo der ging. Hier sollte man noch darauf achten, dass der Rückflug innerhalb der erlaubten 90-tägigen Aufenthaltsdauer geht, die man mit dem Visa Waiver Program erhält.

Mein offizieller Rückflug wäre also nach fast 90 Tagen von Miami aus zurück nach Frankfurt gegangen. Ich habe den Flug natürlich verfallen lassen, da ich ja an der Westküste nach Mexiko ausgereist bin. Das ist zwar äußerst schade ums Geld, anders aber nicht zu machen (es sei denn, man beantragt ein reguläres B1/B2-Visum, was derzeit 160 US-Dollar kostet; außerdem muss man dafür persönlich vorsprechen, was einen Urlaubstag kostet, wenn man noch arbeitet, zzgl. Anfahrt).

Die Möglichkeit den Rückflug umzubuchen, während man sich in den USA befindet, halte ich für wenig praktikabel. Am Beginn einer so langen Reise kann man unmöglich exakt wissen, wann man von wo aus zurückfliegen will. Wer das kann, sollte versuchen, den Rückflug aus den USA umzubuchen auf den Rückflug aus Südamerika.

Transportkiste

Je nach Fluganbieter oder Spedition gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Motorrad zu verpacken. Am einfachsten ist natürlich, das Motorrad direkt auf eine Palette zu stellen und zu verzurren, ohne irgendwelche Teile ab- oder Räder auszubauen. Da hier jedoch viel Volumen im Flugzeug „verschenkt“ wird, ist diese Art des Transports je nach Zielflughafen relativ teuer.

Die meisten Speditionen verlangen für den Transport per Luftfracht eine geschlossene Kiste. Hier gilt in der Regel: Je kleiner die Kiste, desto günstiger der Transport. Ich habe mir von einem Motorradhändler ein robustes Metallgestell organisiert, in dem die neuen Motorräder geliefert werden. Diese Gestelle landen beim Händler normalerweise im Schrottcontainer – für wenig Geld lässt sich bestimmt eins abstauben. Entweder verkleidet man die Kiste mit Sperrholz oder Pappe. Ich habe mich für dicke Pappe entschieden, weil das der einfachere Weg ist und die Kiste dennoch geschlossen ist. (Die Yamaha kam ohne Schäden in Anchorage an.)

Die Yamaha XT1200Z Super Tenere ist verhältnismäßig groß und passte nur ganz knapp in die Kiste. Wir haben die Seitenverkleidungen, Spiegel und die Scheibe abgebaut, zusätzlich das Vorderrad demontiert und den Lenker längs auf das Motorrad gedreht. Die abgeschraubten Einzelteile haben wir in Luftpolsterfolie verpackt und auf das Motorrad gelegt – insgesamt hat das Demontieren und Verpacken rund drei Stunden gedauert.

Mittels robusten Spanngurten wird das Bike im Gestell verzurrt. Zusätzliches Gepäck ist in der Regel nicht erlaubt, die Spedition hatte jedoch nichts dagegen, dass ich meinen Helm und die Stiefel mit in die Kiste packe. Die Koffer müssen aber leer bleiben (Ausnahmen siehe weiter unten). Wird das Motorrad komplett auf eine Palette verladen und fliegt im gleichen Flugzeug wie der Passagier, können die Koffer oftmals voll sein – Auskunft gibt hier die Spedition.

Das Transportgestell, die Pappe und die Folie durfte ich einfach in Anchorage bei FedEx zurücklassen. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, ich müsste mich noch um die Entsorgung kümmern.

Weitere Infos unter den Bildern.

Speditionen und Preise

Ich habe mir Angebote von drei Speditionen eingeholt, und die Angebote waren deutlich günstiger als ich erwartet hatte. Die Spedition Kroll-International hätte die XT1200Z für 1750 Euro von Frankfurt nach Anchorage gebracht. Leisure Cargo, das Frachtunternehmen der Air Berlin, kalkulierte mit 1250 Euro und erstellte damit das günstigste Angebot. Letztendlich habe ich mich für Yusen Logistics entschieden, die normalerweise die Transporte der Neufahrzeuge für Yamaha abwickeln. Mit 1550 Euro lag der Preis in der Mitte, allerdings war hier bereits der Vorlauf von Stuttgart nach Frankfurt mit eingerechnet. Die Super Tenere wurde also direkt in Stuttgart bei mir abgeholt (es musste natürlich schon in der Kiste stecken). Zuverlässiger Ansprechpartner bei Yusen Logistics ist Herr Mehmet Hilmi Ünal.

Wie überall gilt auch hier: Preise vergleichen lohnt sich.
Konkrete Angaben zu Preisen für Seefracht kann ich nicht machen, nur soviel: der Preisunterschied zur Luftfracht ist nicht so groß, wie man immer denkt – meist ist Luftfracht sogar günstiger! Das bestätigen mir anderen Reisende, die ich unterwegs getroffen habe und die ebenfalls ihr Motorrad mit Luftfracht transportiert haben. In der Regel sind die reinen Frachtpreise bei Seefracht zwar günstiger, die Hafengebühren können aber sehr schnell in die hunderte Euro gehen. Allein das Auslösen einer Kiste im Hamburger Hafen kostete Anfang 2013 rund 300 Euro. Dazu kommen ggf. die An- und Abfahrt nach Hamburg und ggf. ein Miettransporter, wenn man nicht auf Achse weiterfährt. Zudem haben mir andere Reisende berichtet, dass sie bis zu 8 Stunden in Hamburg gebraucht haben, um das Motorrad auszulösen. (Stand April 2015). All das geht am Flughafen in der Regel deutlich leichter und schneller.

Weitere Infos für Motorradtransporte per Luftfracht in die USA oder nach Mittelamerika:

Knopf-Tours transportiert Motorräder per Luftfracht für ca. 1400 Euro von Frankfurt nach Orlando/Florida. Das Metallgestell wird gestellt. Die Koffer dürfen montiert und sogar voll bleiben, lediglich Scheibe und Spiegel müssen für den Transport abmontiert werden. (Stand April 2015)

Für rund 1400 Euro gibt’s ebenfalls Motorradtransporte per Luftfracht nach Costa Rica. (Stand Anfang 2014)

Motorradtransport aus Südamerika zurück nach Deutschland

Eine weitere Spedition in Chile, die ein Motorrad per Luftfracht nach Deutschland schickt, ist dydcargo.cl – dort kostete die Luftfracht von Santiago de Chile nach Berlin (über Frankfurt) nur günstige 1500 Euro, die Abwicklung soll sehr gut geklappt haben. Danke an „blackducati“ aus dem Motorradreiseforum für die Info. (Stand April 2015)

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Ein Kommentar zu “Motorradtransport per Luftfracht, Flug, Motorrad-Transportkiste, Preise und Speditionen

  1. Danke für die Info´s. Tolle Seite. Werde kommendes Jahr so eine ähnliche Reise mit meiner XTZ750 Super Tenere antreten. Und dank deinen Berichten wird´s einfacher! lg Stephan

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